Hostile-Takeover of Scientology since 1972

Das bösartige Birthday Game – wie eine Umkehr der Admin Scale Organisationen systemisch entgleist

Das sogenannte Birthday Game wird häufig als harmlose Motivationstechnik dargestellt: spielerisch, belebend, leistungsfördernd. Betrachtet man es jedoch aus administrativer und systemischer Sicht, zeigt sich ein anderes Bild. Es wirkt nicht auf der Oberfläche, sondern greift tief in die Funktionslogik einer Organisation ein – indem es die Admin Scale faktisch umkehrt.

Dabei geht es nicht um einzelne Fehlanwendungen oder Übertreibungen, sondern um eine strukturelle Verschiebung von Prioritäten, die langfristig jede Organisation von ihrem ursprünglichen Zweck entfremden kann.

Das Birthday Game basiert auf der LRH Executive Directive vom 5. November 1976, LRH ED 288 INT Birthday Game for ’77–’78.

Also eine untergeordnete Anweisung, gültig nur für ein Jahr, die jedoch Policy untergräbt: HCO PL 6 DECEMBER 1970 THIRD DYNAMIC DE-ABERRATION:

Die originale Admin Scale

Die Admin Scale beschreibt eine klare, hierarchische Ordnung. Sie ist zweckorientiert, nicht zahlengetrieben. In ihrer originalen Form lautet sie:

  • Goals
  • Purposes
  • Policies
  • Plans
  • Programs
  • Projects
  • Orders
  • Ideal Scenes
  • Statistics
  • Valuable Final Products

Es gibt noch einen anderen Namen für die Admin Scale: „SCALE OF IMPORTANCE, top is a goal, next is a purpose, next is a policy, then you have a plan then you have a program then you have a project and now you have an order then you have an ideal scene and then you have a statistic and then you have a valuable final product. That is the scale of importance.“ Modern Management Technology Defined.

Diese Reihenfolge ist kein Zufall. Sie definiert einen Fluss von Sinn zu Wirkung:

  1. Purposes und Goals klären, warum eine Organisation existiert und was sie erreichen will.
  2. Policies sichern diesen Zweck dauerhaft ab.
  3. Plans, Programs, Projects und Orders übersetzen Sinn in Handlungen.
  4. Ideal Scenes beschreiben den gewünschten Zustand.
  5. Statistics messen, ob man sich diesem Zustand nähert.
  6. Valuable Final Products sind die realen Ergebnisse im Leben von Menschen.

Entscheidend ist:
Statistiken sind – fast ganz unten in der Skala der Wichtigkeiten – Messinstrumente, nicht Steuerungszentren.


Die stille Umkehr durch das Birthday Game

Mit der Einführung und Durchsetzung des Birthday Games verschiebt sich diese Ordnung faktisch:

  • Statistiken werden zum primären Bewertungskriterium.
  • Anerkennung, Ethik, Status und Aufmerksamkeit koppeln sich an Zahlen.
  • Was gemessen wird, wird wichtig – unabhängig davon, warum es gemessen wird.

Damit wandert der Fokus nach unten in der Skala, während Purposes, Goals und Policies an praktischer Bedeutung verlieren, selbst wenn sie formal weiter existieren.

Die Organisation beginnt, sich nicht mehr an ihrem Zweck zu orientieren, sondern an ihrer statistischen Darstellung.


Warum das ein Trojaner ist

Ein Trojaner greift ein System nicht offen an. Er verändert keine offiziellen Ziele, keine Grundsätze, keine erklärten Werte. Er verschiebt Gewichtungen, bis das System von innen heraus anders funktioniert.

Das Birthday Game erfüllt genau diese Kriterien:

  • Es greift die Technologie nicht an.
  • Es widerspricht keiner Policy explizit.
  • Es wird als Verbesserung, Motivation oder Effizienzsteigerung präsentiert.

Doch funktional passiert etwas anderes: Feedback wird zur Steuerung.

Sobald Statistiken nicht mehr anzeigen, ob ein Zweck erreicht wird, sondern definieren, was als Erfolg gilt, ist das System offen für Fremdziele.


Die logische Folge: Zahlen schlagen Zweck

In einem solchen System wird es möglich – und rational –, Prioritäten zu verschieben:

  • Umsatz wird wichtiger als tatsächliche Hilfe.
  • Durchsatz wichtiger als individueller Fortschritt.
  • „Erfolg“ wird messbar, auch wenn reale Wirkung ausbleibt.

Eine Organisation kann statistisch wachsen und gleichzeitig ihren eigentlichen Zweck verfehlen. Das ist kein moralisches Versagen einzelner Personen, sondern eine systemische Konsequenz falscher Gewichtung.

Wer helfen will, gerät unter Druck, wenn Hilfe nicht sofort oder sauber messbar ist. Wer Zahlen optimiert, wird belohnt – selbst wenn der Valuable Final Product leidet.


Systemsicht: warum das zwangsläufig schiefgeht

In jedem funktionierenden System gilt:

  • Statistiken sind Feedback.
  • Feedback darf nicht führen.

Wird Feedback zur führenden Instanz, beginnt das System, sich selbst zu optimieren. Es entsteht eine interne Logik, die mit dem ursprünglichen Purpose nur noch lose verbunden ist.

Ein solches System ist stabil – aber nicht mehr zweckgebunden. Und genau dadurch wird es steuerbar von außen oder von innen durch beliebige Ersatzmotivationen.


Fazit

Das Birthday Game ist kein harmloses Spiel. Es ist ein Mechanismus, der – bewusst oder unbewusst – die Admin Scale umkehrt und damit den Sinnfluss einer Organisation unterbricht.

Organisationen zerbrechen selten durch offene Angriffe.
Sie zerbrechen durch stille Verschiebungen dessen, was als „wichtig“ gilt.

Wer die ursprüngliche Wirksamkeit wiederherstellen will, muss daher nicht neue Spiele einführen, sondern eine einfache Frage stellen:

Dienen unsere Statistiken dem Purpose – oder ersetzt der Statistik-Erfolg längst den Purpose selbst?


 

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen