Andreas‘ Zweifelcondition von 1996

Hier setze ich mich mit den Vorwürfen der Sektenkritikern an Scientology u.a. auseinander. Ausgehend von einer 10-Punkte-Zusammenfassung der Kritik an Sekten stelle ich fest, dass wir in Scientology uns nicht selbstzufrieden zurücklehnen können und alles nur als Feindpropaganda („enTheta“) abtun können. Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe verwerflicher Dinge, die wir tun und besser korrigieren sollten. Dies habe ich schon vor Jahren in Ethikreports an die Kirchenleitung berichtet und um Abhilfe gebeten. Auch andere Scientologen habe ich durch Kopien dieses Schreibens aufgerüttelt. – Aber lies einfach mal selbst, ob auch Du Dich schon beschmutzt hast:


Diese Ausarbeitung machte ich im Oktober 1996, nachdem ich mich erstmals im Internet über die Kritiken an Scientology orientiert hatte. Insbesondere die Seiten der Freien Zone hatten mich inspiriert. Ich wollte nicht einfach alles gelesene verdrängen, sondern für mich verarbeiten. Tatsächlich hatte es danach noch weitere vier Jahre gedauert, bis ich mich von der Kirche emotional gelöst hatte und jetzt ein Leben in Freiheit, außerhalb der Sekte, ohne Unterdrückung meiner Scientologyziele, leben konnte.

Hier nun, zum Nachvollziehen meines Entwicklungsprozesses, die damalige Ausarbeitung, die noch heute für Scientologen interessante Gesichtspunkte enthält.


Im Zuge der Rehabilitation unserer einst mal so erfolgreichen und powervollen Feldarbeit bin ich auf eine Verwirrung und Verrat bzgl. unserer gemeinsamen Religion Scientology gestoßen und hatte eine größere Erkenntniss, warum es uns in Deutschland noch nicht gelungen ist, die recht massive Unterdrückung zu durchbrechen:

Keine Resultate ist das einzige, was Ihnen Studenten oder Preclears zum Vorwurf machen können. Schwierigkeiten treten nur dort auf, wo es keine Resultate gibt. Angriffe von Regierungen oder Monopolinhabern treten nur dort auf, wo es keine Ergebnisse oder schlechte Resultate gibt.“
LRH in HCO PL 7. Febr. 1965 „KSW Nr. 1“

Im Rahmen der Ausarbeitung der unteren Ethikzustände habe ich bei mir verschiedene Abweichungen von Standard-Ethik, -Admin und -Tech gefunden und versucht mich herauszuarbeiten. Jedoch bin ich bis heute immer wieder in Zweifel gekommen, ob ich wirklich Leute für die „real existierenden Scientology Kirchen“ gewinnen sollte.

Daher habe ich mich einmal daran gemacht, diese Zweifel ganz ausführlich auszuarbeiten und bin dabei auf etwas unglaubliches gestoßen:

1. Meine Zweifel lassen sich nicht einfach nur durch Handhabung meiner eigenen Person überwinden. Der „Krieg zweier Mächte“ („Gut“ gegen „Böse“) tobt diesbezüglich nicht nur in mir, sondern wird auf der dritten und vierten Dynamik ausgefochten.

2. Es gibt bei uns „unter einem Dach“ zwei widerstreitende Gruppen: Die Scientology Kirche und eine „Squirrel Sekte“.

Es ist für die Expansion von Scientology in Deutschland von höchster Wichtigkeit, dass diese Situation gnadenlos aufgedeckt wird und sich jeder offen für die eine oder andere Seite entscheidet. Daher auch die Verbreitung dieser Ausarbeitung:

Zuerst möchte ich den Begriff Sekte kurz definieren und umreißen, damit die Abgrenzung zwischen Scientology und Sekte im Rahmen des Zustandes Zweifel auch gelingen kann:

Duden Universal Wörterbuch:

Sekte [mhd. secte < spätlat. secta = philosophische Lehre; Sekte; befolgter Grundsatz, zu lat. sequi = folgen]: kleinere Glaubensgemeinschaft, die sich von einer größeren Religionsgemeinschaft, einer Kirche abgespalten hat.

oder Bertelsmann Universallexikon, Electronic Publishing, 1994:

[lat.], eine Gemeinschaft, die sich im Raum einer Konfession um eine Sonderlehre gesammelt u. mit der Verwerfung der gemeinsamen Glaubensgrundlage auch die äußere Trennung vorgenommen hat. Übertragen u. abwertend werden auch kleine Abspaltungen von polit. u. a. Gruppierungen als Sekten bezeichnet.

Falls es tatsächlich eine Sonderlehre innerhalb der Scientology geben sollte, also einer Abweichung von LRH, kann man sie mit Recht eine Sekte nennen: Genaugenommen eine Squirrelsekte.

„Squirreln. Es bedeutet das Abändern der Scientology, das Abweichen zu merkwürdigen Praktiken. Es ist etwas Schlechtes.“
LRH in HCO PL 14. Febr. 65 „KSW Nr. 4 Zum Schutze der Technologie“

Anhand von einschlägiger Kritikerliteratur habe ich ausführlich untersucht, was Sekten genau vorgeworfen wird, bzw. wovor die Sektengegner warnen und habe folgende zehn Kritikpunkte herausgearbeitet:

A. Finanzielle Ausplünderung

B. Gedankenmanipulation, Hypnose, Brainwashing

C. Millieukontrolle, Isolierung aus vertrauter Umwelt

D. Informationskontrolle

E. Sprachmanipulation, Kommunikationsverluste

F. Entzug von Schlaf und oder Nahrung und oder Entspannung

G. Ausbeutung von Arbeitskräften, Entzug von Privatleben

H. Degradierung des Individuums

I. Gefühlsmanipulation: Angst und Schuld

J. Bekämpfen der Kritiker, Gegenseitige Bespitzelung

Ich bin der Auffassung, daß diese o.g. zehn Kritikpunkte tatsächlich in Sekten (bei den einen mehr, bei den anderen weniger) zu finden sind und daß das Individuum sich besser darum kümmert, sich vor diesen Phänomenen zu schützen.

In der Öffentlichkeit wird fälschlich der Scientology pauschal vorgeworfen, es stelle eine Sekte dar. Ich bin nicht der Auffassung, daß das Ignorieren (=Not-Issen) dieses Vorwurfs ein angemessener Umgang damit ist. Tatsächlich sollte man den genauen Unterschied zwischen Scientology und den o.g. Sektenmerkmalen herausarbeiten und jeglichen Versuche, Scientology zu einer Sekte zu machen, entschieden entgegentreten.

Angesichts des goldenen Zeitalters der Tech steht auch das goldene Zeitalter von Policy und Ethik (und Justiz) auf der Tagesordnung.

Daher möchte ich alle aufrechten Scientologen auffordern, die vorgelegten Daten zu prüfen und sich meiner Entscheidung anzuschließen.

Zweifel

Unter Punkt 1. bis 3. behandele ich die „Squirrel Sekte“ und unter Punkt 4. bis 6. entscheide ich mich für die Scientology Kirche:

„1. Informieren Sie sich ehrlich über die wirklichen Absichten und Tätigkeiten dieser Gruppe, dieses Projektes oder dieser Organisation, wobei Sie jegliche Vorurteile und Gerüchte beiseiteschieben.“
(Diese und die folgenden eingerückten grünen Zitate sind von L. Ron Hubbard: Die Formel zur Zweifelcondition. Aus dem Ethikbuch)

Da dieser Punkt sehr umfangreich geworden ist, habe ich ihn als Anhang dieser Zweifel an den Schluss gestellt.

„2. Untersuchen Sie die Statistiken des Individuums, der Gruppe, des Projektes oder der Organisation.“

Ich denke, diese Aufzählung unter 1. macht schon so deutlich, daß es einen gewaltigen Einfluß von Squirrels gibt, die auf dem Rücken unserer Religion eine Sekte etabliert haben und aufrechterhalten wollen. Diese Sekte dient darüberhinaus ihren Partnern in Politik und Medien als Vorwand, um Scientology zu attackieren.

Diese Veränderung von Scientology beraubt uns unserer wertvollen Endprodukte. Egal wieviele Gewinne jemand in der Techabteilung erzielen konnte, wenn er dann auf halber Strecke finanziell ausgeplündert steckenbleibt, dann ist damit alles zunichte gemacht. Wenn Leute in der Org durch falsche Kontrolle PTS gehen und ihre Gewinne verlieren oder in Ethik mit falschen Anzeigen rausgeroutet werden, dann sind die Statistiken am Boden.

„3. Entscheiden Sie auf der Grundlage des „größten Wohls für die größte Anzahl der Dynamiken“ darüber, ob diese Sache angegriffen, geschädigt, unterdrückt oder unterstützt werden sollte.“

Jegliche Abweichung von LRH gehört angegriffen. Die Squirrels und die Sekte gehören nicht in die Orgs. Sie gehören auf den richtigen Ethikgradienten gehandhabt und bei mangelnder Veränderung des Ethikniveaus, gehören sie letztendlich rausgeschmissen.

„4. Nehmen Sie an sich selbst oder Ihrer eigenen Gruppe, Ihrem eigenen Projekt oder Ihrer eigenen Organisation eine Auswertung in bezug auf Absichten und Zielsetzungen vor.“

Dazu behandele ich die gleichen zehn Kritikpunkte wie unter Sekte und stelle dar, wie ein Scientologe sich dazu verhält:
10 Mal Scientology
(als eigene Datei ausgegliedert).

„5. Werten Sie Ihre eigenen Statistiken oder die Ihrer Gruppe, Ihres Projektes oder Ihrer Organisation aus.“

Überall wo Scientology in Anwendung gebracht wird, schießen die Statistiken steil hoch. Wo sie am Boden sind, gibt es einen Mangel an Scientology, dort „tanzen die Squirrels auf den Tischen“.

„6. Schließen Sie sich derjenigen Seite an (bzw. bleiben Sie bei ihr oder helfen ihr), die in Richtung auf das größte Wohl für die größte Anzahl der Dynamiken Fortschritte macht, und geben Sie diese Tatsache öffentlich beiden Seiten bekannt.“

Wie es zu erwarten war, schließe ich mich der Seite der Scientology an. Ich bin ein eifriger Verfechter von KSW („Keeping Scientology Working“, zu deutsch: „Die Funktionsfähigkeit der Scientology erhalten“) und gebe dieses durch Veröffentlichung dieser Ausarbeitung bekannt. Dies werden die Scientologen lesen können, wie auch die Squirrels. Für letztere wird es eine Kriegserklärung sein. Sie werden deshalb darum bemüht sein, die Verbreitung dieser Ausarbeitung zu unterdrücken, damit nicht weitere Scientologen KSW-Fans werden.

„7. Tun Sie Ihr Bestmögliches, um die Aktionen und Statistiken der Person, der Gruppe, des Projektes oder der Organisation zu verbessern, bei der Sie geblieben sind bzw. der Sie sich angeschlossen haben.“

Meine Frau und ich widmen uns vollzeit der Verbreitung von Scientology, der Feldarbeit. Das ist von Scientology sehr gebraucht.

„8. Arbeiten Sie sich in der neuen Gruppe durch die Zustände hinauf, wenn Sie das Lager gewechselt haben, oder gehen Sie in der Gruppe durch die Zustände hinauf, bei der Sie geblieben sind, wenn durch Ihren Wankelmut Ihre Stellung herabgesetzt wurde.“

Das wird gemacht. Nächster Schritt ist Belastung. Meine Freunde sind alle KSW-freudigen Scientologen und Squirrelbuster. Der effektive Schlag ist die Aufdeckung der Sekte und die Wiedergutmachung ist das Gewinnen weiterer „Squirrelbuster“ durch die Verbreitung dieser Zweifel-Ausarbeitung. Die Wiederaufnahme zeigt sich an der Bestätigung die ich hierfür erhalte.

Much love

Andreas


 

Die 10 Kritikpunkte an Scientology

A. Finanzielle Ausplünderung

B. 
Gedankenmanipulation, Hypnose, Brainwashing

C. 
Millieukontrolle, Isolierung aus vertrauter Umwelt

D. 
Informationskontrolle

E. 
Sprachmanipulation, Kommunikationsverluste

F. 
Entzug von Schlaf und oder Nahrung und oder Entspannung

G. 
Ausbeutung von Arbeitskräften, Entzug von Privatleben

H. 
Degradierung des Individuums

I. 
Gefühlsmanipulation: Angst und Schuld

J. 
Bekämpfen der Kritiker, Gegenseitige Bespitzelung

A. Finanzielle Ausplünderung

Es ist nichts verkehrt daran, daß eine Gruppe sich versucht zu finanzieren. Im Gegenteil: ohne eine solide Finanzierung würde keine Bewegung heute überleben können. Tatsächlich laufen die wesentlichen Angriffe der Gegner (neben juristischen Attacken und Schwarzer Propaganda) auf das finanzielle Auslaugen hinaus. Wenn eine Organisation finanziell Bankrott ist, ist sie tot. Was für ein Individuum die Lebenskraft ist, ist für eine Gruppe das Geld. Mit der Ausgabe der letzten Mark haucht eine Gruppe sein Leben aus.

Das kann aber nicht rechtfertigen, daß die Gruppe auf Kosten des Bankrotts ihrer Mitglieder überlebt. Genauso wie die Gruppe zum Überleben finanziell solvent sein muß, muß auch das Individuum seine Finanzen geregelt haben, sonst steckt es in der Falle. Gerade bei geistigen, religiösen Gruppen ist es unverzeihlich, die Mitglieder in die Schuldenfalle zu schicken: Denn diese Kreditfallen fixieren die Person auf Materielles, während die spirituelle Aufgabe der Gruppe darin bestehen sollte, das Mitglied von jeglicher materiellen Fixierung zu befreien und auf seine geistige Existenz zu orientieren. Ein finanziell ruinierter Mensch kann sich angesichts seiner allgegenwärtigen Probleme kaum mehr wirkungsvoll geistigen Zielen widmen: Die Schulden holen ihn immer wieder ein.

Eine Sekte versucht, das Individuum in Schulden zu treiben. Unter der Rechtfertigung, daß damit die Gruppe überleben kann. Tatsächlich wird das jedoch genau dieser Gruppe auch das Überleben unmöglich machen, denn wenn die Mitglieder nicht erfolgreich sind, gibt es keine Ausstrahlung nach außen, kein Vorbild, das für neue Leute wie ein Magnet wirkt.

Gleichzeitig mit dem Schröpfen der Person würde von den Squirrels einer Sekte sichergestellt, daß das Individuum so wenig Gewinne wie möglich aus dem verkauften Service ziehen würde. Dafür wäre jegliche Out-Tech recht: Auditing über ungehandhabten Alkoholismus oder andere PTSness hinweg, Auditing trotz ungehandhabter körperlicher Krankheit. Unabgeschlossene Majoraktionen. Lieferung von jeglichen sekundären Diensten anstelle der Brückenschritte. Mit Ron’s Worten:

„No Auditing: Während es so ausschaut, als würde Auditing geliefert werden, wird tatsächlich nichts getan. Indem man durch endlose, nutzlose Bewegungen geht, vielleicht in Topform, vielleicht perfekt, ist keine davon darauf berechnet, den Fall des PCs auch nur einen Zoll weiterzubringen.“
(HCO B 30. Dez. 62)

B. Gedankenmanipulation, Hypnose, Brainwashing

Eine Sekte ist gekennzeichnet davon, dem Individuum jegliche Selbstbestimmung zu nehmen: Sie versuchen das Mitglied zu überwältigen, zu manipulieren. Dies kann beispielsweise durch eine pervertierte Form von TR-3 geschehen: Es wird eine Frage gestellt, wie z.B. „Willst Du nicht diesen Kurs für 4.000 DM jetzt kaufen und einzahlen?“ Obwohl die Antwort darauf abschlägig ist, also eine Antwort gegeben wurde, wird die Frage „TR-3t“, also wiederholt. Tatsächlich ist dies kein TR-3, denn dort wird die Frage nur solange wiederholt, bis eine Antwort gegeben wird. Das wüste Wiederholen einer Frage bis sie in gewünschter Form („Ja ich kauf“) beantwortet wird, kann man technisch eher als Hypnose bezeichnen:

„Hypnose ist ein kontinuierlicher Inflow ohne Gelegenheit für einen Outflow seitens des Subjekts.“
Dianetik 55!

Ein gesunder Umgang miteinander wird durch Reach & Withdraw (Hingreifen und Zurückziehen) realisiert. Auf dieser Basis würde Scientology auch auf natürliche Art und Weise verbreitet. Ersticken kann man jedoch jegliches Interesse einer Person im Keim, indem man nur noch Reach zeigt und ihr keine Chance zum Zurückziehen und besinnen läßt. Ein Squirrel setzt diese Methode ein und nennt sie fälschlich Hardsell.

Eine Methode der Manipulation besteht auch darin, jegliche Eigeninitiative von Mitarbeitern auf ihren Posten durch eine kontinuierliche Folge von Befehlen und Aufgaben zu ersticken. Bevor überhaupt eine der erteilten Aufgaben angemessen zum Abschluß gebracht wurden, werden schon neue Projekte befohlen, die für den Abschluß der begonnenen Aufgaben keinen Raum mehr bieten.

C. Millieukontrolle, Isolierung aus vertrauter Umwelt

Eine Sekte möchte sein Mitglied von seiner vertrauten Umgebung isolieren, um ein Meinungsbildungsmonopol aufzubauen. Jeglicher einsickernde Zweifel „von Außen“ stört dabei. Die Squirrels bemühen dabei scheinbar LRH, indem sie schnell bei der Hand sind, eine PTS A Situation anzuzeigen, d.h. sie behaupten, die Person sei Wirkung zu einer feindseeligen Person in der Familie oder ähnlichem. Wenn eine Handhabung nicht gleich gelingt, wird die Person aufgefordert, sich von der Antagonistischen Person zu trennen. Da unsere Gesellschaft bzgl. Scientology weitgehend schon auf Antagonismus hochgekommen ist (hurra, die Hälfte ist geschafft!) versuchen die Squirrels daraus abzuleiten, dass man sich besser von allen gesellschaftlichen Verbindungen trennt: Aus Parteien austritt, aus Verbänden zurückzieht, bei der Familie nur noch die nötigsten Pflichtbesuche macht etc.

In Sekten wird ein fatales Menschenbild geprägt: Es gibt zwei Kategorien: Wir hier drinnen, die seeligen und die da draußen, die Materialisten und Bösen (Wogs). Tatsächlich unterscheidet Ron die Menschen eher in die Kategorien der sozialen und antisozialen Persönlichkeiten. Und diese beiden Kategorien finden sich sowohl innerhalb Scientology als auch außerhalb!

Zusätzlich wird dieser fatale Trend der Distanzierung von der „Außenwelt“ dadurch unterstützt, daß die Person derart vollständig in Beschlag genommen wird, daß sie keine Zeit mehr für ihre anderen Dynamiken mehr hat. Es gäbe nichts wichtigeres mehr als in der Org zu sein: Studieren, Auditieren, Ethik-Aktionen, Veranstaltungen, Mitarbeiten, Helfer etc.

Jedoch sagt LRH dazu im Buch „Einführung in die Ethik der Scientology“:

„Ein Individuum strebt nach Überleben auf einer oder auf sämtlichen dieser Dynamiken und scheitert, wenn es eine Dynamik als Überlebensroute aufgibt.“ (Seite 14) „Sobald Sie eine dieser Dynamiken bei einem Menschen ausschalten und sagen: ‚Für diesen Menschen kann diese Dynamik unmöglich existieren‘, gibt es Schwierigkeiten, denn sie werden damit alle ausgeschaltet.
Anders gesagt, sie kommen dann alle auf die gleiche Ebene herunter. Wenn sie die Hälfte der Dynamik herausschneiden, haben Sie auch den übrigen Dynamiken die Hälfte herausgeschnitten. Dieses Paket der Dynamiken ist für das Überleben eines Individuums von höchster Wichtigkeit.“ (Seite 15)

Die Squirrels und die Sekten werden immer versuchen, die eine oder andere Dynamik von Dir zu brechen: Vielleicht die erste, die zweite oder die fünfte, sechste oder gar die achte?

D. Informationskontrolle

Eine Sekte wird immer versuchen, den Fluß von Informationen unter Kontrolle zu halten: Also das Starten, Aufrechterhalten und das Stoppen von Informationen. Unkontrollierte Informationen sind immer eine Gefahr bei der Ausübung von unterdrückerischer Macht.

Wenn also ein Rundbrief unter Scientologen entstehen sollte, würden die Squirrels alles daran setzten, diesen unter ihre Kontrolle zu bringen oder ihn gar zu ersticken. Ähnliches würden Gruppen wie das OTC erfahren, versuchten sie die Meinungsfreiheit bei sich zu etablieren.

Insofern arbeiten die Squirrels daran, jegliche Eigeninitiative von Individuen zu ersticken und über alle Aktivitäten Kontrolle zu erlangen.

E. Sprachmanipulation, Kommunikationsverluste

Wenn man die Absicht hätte, Dich aus dem Verstehen mit Deinen Mitmenschen herauszubringen, müßte man Dir nur eine andere Sprache geben. Die Geschichte von Babylon zeugt von dieser Möglichkeit.

Andererseits hat jedes Fachgebiet sein eigenes Vokabular. Wenn Du einer Gruppe angehörst, die sich ein Fachgebiet erarbeitet, ist es völlig normal, daß Du dann innerhalb der Gruppe die neugelernten Begriffe verwendest. Es macht die Kommunikation leichter und schneller. – Es gibt jedoch tatsächlich die Gefahr, daß man verlernt, mit seinen alten Freunden, Bekannten und Verwandten sich zu unterhalten. Wenn man sein Fachvokabular in die Umgangssprache einfließen läßt, bleibt man unverstanden und entfremdet sich.

Manche Fachgebiete umgeben sich aus Arroganz mit ihrer Fachsprache, damit der Laie nicht eindringen kann. So unterhalten sich Ärzte traditionell in Latein damit der Patient nicht erfährt, daß seine „Iatrogenen Schäden“ vom Arzt selbst verursacht wurden.

Man muß sich auch fragen, ob Leute, die sich mit vielen Fremdworten oder auch nur englischen Vokabeln umgeben, überhaupt die Bedeutung dieser Begriffe je wirklich verstanden haben. Würden Sie die wirkliche Definition dieser Begriffe beherrschen, würde es ihnen auch leicht fallen, im Gespräch mit einem Laien auf diese Begriffe zu verzichten und sich im Umgangsdeutsch auszudrücken.

Jede Verwendung von dem Anderen unbekannten Begriffen verringert die Kommunikation und damit auch die Zuneigung zwischen den beiden Personen. – Wer will das?

In einer Sekte würde eine gruppeneigene Sprache dazu mißbraucht werden, die oben erwähnten Ziele der Isolation von der Umwelt zu verstärken und die Mitglieder über mißverständliche Aussagen in die Defensive zu drängen und zu manipulieren.

Auch würden Squirrels, die der Kirche schaden wollten, mit Fachvokabular gegenüber dem falschen Publikum Mißverständnisse und in der Folge Antagonismus schaffen.

F. Entzug von Schlaf und/oder Nahrung und/oder Entspannung

Wir haben einen Körper und sind entschieden ihn jetzt noch zu verwenden. Dieser Körper unterliegt einigen Betriebsbedingungen: Eine geringe Abweichung der regulären Betriebstemperatur und der Körper geht kaputt (Tod) und kann nicht mehr verwendet werden. Körper sind empfindlich. Viele Menschen behandeln ihr Auto oder ihre Stereoanlage sorgsamer als ihren Körper. Der Körper benötigt genügend Schlaf und Lebensmittel, um reibungslos zu funktionieren. LRH schreibt ein schlecht ernährter Körper sei ein Falle für das geistige Wesen. (HCO B 7. März 1980 „Anmerkungen zu Ernährungsweisen“)

Eine Gruppe ist so powervoll wie sein schwächstes Glied („in der Kette“). Wenn über längere Zeit physischer Raubbau am Körper der Gruppenmitglieder betrieben wird, dann hilft dies auch nicht die Produktivität der Gruppe anzuheben, sondern schwächt die Indidividuen und damit auch die Gruppe. „Einpeitscher“, die vom Individuum den letzten Einsatz verlangen, schädigen daher auch die Gruppe.

Im „Weg zum Glücklichsein“ heisst es zu Recht:

„1-5. Schlafen Sie genug. Es gibt zwar Zeiten im Leben, wo man über die normale Schlafenszeit hinaus arbeiten muß, doch wenn jemand nie genügend schläft, kann er sich selbst und anderen zur Last werden. Müde Menschen sind nicht wachsam. Sie können Fehler machen und haben Unfälle. Gerade, wenn Sie sie am nötigsten brauchen, kann es sein, daß sie die ganze Arbeitslast auf Sie abladen. Sie gefährden andere. Dringen Sie darauf, daß jemand, der nicht genügend schläft, dies ändert.“

Ohne genügend Ernährung und Schlaf kann man keinen spirituellen Fortschritt machen! Vorsicht vor Leuten, die Dir auf lange Zeit nicht genug Schlaf gönnen: Sie wollen Dich, Dein Wachstum und Deine Gruppe schwächen!

Das gleiche gilt für ein Wochenende und für Urlaub. Denn wir leben nur erfolgreich in Zyklen: Starten (z.B. Geburt), Fortfahren (Leben) und wieder Stoppen (Tod).

Zwischen Stoppen und dem Start des nächsten Zyklus gibt es in der Natur immer einen Zustand des Abstandnehmens oder der Ruhe: Der Schlaf zwischen Insbettgehen und Aufstehen, das Überwintern, der Sonntag zwischen Wochenende und Wochenanfang. Wenn Dir diese nötige Freizeit verweigert wird, will Dich jemand nicht zur Besinnung kommen lassen. Man braucht mal den Abstand, um entspannt zu überprüfen, ob man in all der Geschäftigkeit auch in die richtige Richtung rennt. Verfolgst Du noch erfolgreich Deine Ziele. Wenn der Streß einen einholt, braucht er mal Urlaub, um wieder zu sich zu finden. Sich zu orientieren. Laß Dir das nicht nehmen. Dies zu verweigern, bedeutet, Dich zu einem Arbeitstier zu degradieren. Wer will das?

In einer Sekte wird Schlafentzug forciert, angeblich um die Produktion der Gruppe zu erhöhen, um tatsächlich auf lange Sicht die Kraft der Gruppe zu erlahmen. Schlafentzug und schlechte Ernährung zielt auf die Unterdrückung des Individuums und die Vernichtung der Gruppe.

Mit zu diesem Punkt gehört auch die Bezahlung der Mitarbeiter. Denn wenn diese für die Grundbedürfnisse nicht ausreicht, dann ist es schwer, gut ernährt zu bleiben. Da Squirrels im Grunde daran arbeiten, die Org zu zerstören, halten sie die Bezahlung gering, damit es schwer ist, gute Mitarbeiter zu gewinnen.

G. Ausbeutung von Arbeitskräften, Entzug von Privatleben

Dieser Punkt ist im Grunde das Ausspielen der 3. gegen die 1. u. 2. Dynamik. Unter Adolf hieß das für die Soldaten „Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen.“ – Unter ähnlichen Parolen versuchen die Squirrels Staffmember und Sea Org Member bis zur totalen Erschöpfung auszubeuten. Aber nicht für das vorgegebene Produktionsziel, sondern tatsächlich um die Strategien des Internationen Managements auf diese Weise subtil zu untergraben. Mit versteckter Feindseeligkeit werden die Mitarbeiter angeheizt, die Produktionsziele in Nachtarbeit zu erreichen. Jegliche menschliche Emotion und Reaktion wird als Haß dann auf das internationale Management gelenkt, die diese Produktionsziele vorgegeben haben.

H. Degradierung des Individuums

Eine Sekte beinhaltet auch immer das Konzept „Die Gruppe ist alles, das Individuum ist nichts.“ – So werden die Ziele der Gruppe als das einzig Wichtige hingestellt, und die Ziele des Individuums zu nichte gemacht.

Der Begriff „On Purpose“ (englisch für „auf Ziellinie“) wird so umdefiniert, daß man an dem Maßstab gemessen wird, ob man mit allen Kräften die Gruppe unterstützt oder nicht.

Durch außeracht lassen der eigenen Ziele des Individuums kann man es optimal ins Unrecht setzen und endgültig Stoppen!

Im HCO PL 14. Jan 1969 „OT Orgs“ schreibt Ron:

„Alle Stopps treten wegen gescheiterter Ziele ein. Jedem Stopp liegt ein gescheitertes Ziel zugrunde. Ein steckengebliebenes Bild oder eine bewegungslose Organisation sind einander ähnlich. Beiden liegt eine gescheitertes Ziel zugrunde. Es gibt dazu ein Gesetz – um Leben und Aktivität wiederherzustellen, brauchen Sie lediglich das gescheiterte Ziel neu zu beleben. Dadurch werden die Stopps sofort weggefegt. Dieses Gesetz ist so machtvoll, dass es praktisch die Toten wieder lebendig macht!“

Die Squirrels scheinen dies als Handlungsanweisung genommen zu haben, um Scientologen zu stoppen: Sie versuchten sie für andere Ziele einzuspannen, als sie selbst sich gesetzt zu haben. So wurden Leute, die sich begeistert auf Feldarbeit stürzen wollten, für Staff rekruitiert. Oder FSMs wurden fürs Immobilienmakeln gewonnen. Manchmal genügt ein kleiner Alter-Is, um einen großen Stopp zu kreieren. Ein powervoller Sänger und Kreuzzügler wurde zum OTC-Vorsitzenden gemacht.

Fühltest Du Dich einmal erschöpft oder tot? Rehabilitiere einfach DEIN Ziel und mache Dich frei von dem, was andere von Dir erwarten.

I. Gefühlsmanipulation: Angst und Schuld

Von Sekten wird gesagt, sie würden die Gefühle ihrer Mitglieder manipulieren und Angst und Schuldgefühle erzeugen.

Dies gelang Squirrels schon oft, indem sie falsche Zuweisung von Ethikzuständen machten: Besonders beliebt: Gefahr oder untere Zustände.

Wenn man nur mal im Verkehrsstau steckt und einige wenige Minuten zu spät auf Kurs kommt, hatte man schon Angst davor, einen unteren Zustand zugewiesen zu bekommen.

Eine völlige Verdrehung von Recht und Unrecht und der Wichtigkeiten wird dafür verwendet:

Ron schreibt im PAB Nr. 13 von 1953 „Über das menschliche Verhalten“ über die Eigenschaften von SPs:

„1. Alles Schlechte, das dem PC widerfuhr, war (a) lächerlich, (b) unwichtig, (c) wohlverdient.

2. Alles, was der PC und andere der aberrierenden Persönlichkeit angetan haben, war (a) außerordentlich wichtig, (b) sehr schlimm, (c) nicht wiedergutzumachen.“

Ein Mittel dazu ist die massive Verwendung der Floskel „Wie hast Du Dir das nur reingezogen“, wenn man sich über Ungerechtigkeit beschwert oder Out-Tech handhaben möchte. Statt die Korrektur einzuleiten und die Verantwortlichen zu handhaben, wird die berichtende Person auf sich selbst durch die obige Fragestellung introvertiert.

Also würden Squirrels die Ethik nicht mild anwenden, sondern ohne jegliches ARC (Kasernenhof-Ton) und unter Außerachtlassung von Ron’s Ethikgradienten „herumholzen“ und damit viele Leute einschüchtern mit dem Ziel sie damit von der Brücke zu verlieren.

Ethik und Justiz würden nicht – wie bei Ron beschrieben – sauber auseinandergehalten, sondern miteinander vermischt und versquirrelt. Es bliebe jeweils unklar, ob man sich in einer Ethik- oder einer Justizaktion befindet.

Man würde sich leicht von SP-declares bedroht fühlen oder hätte als Prae-OT willkürliche Stopps bei den OT-Eligibilities zu befürchten und ginge dazu PTS.

Umgekehrt würden die Squirrels sicherstellen, daß sie selbst trotz der schreiensten Out-Ethik ohne Degradierung davonkommen: Ehebruch, Fälschen von Statistiken, Unterdrückung von Berichten etc. darf diesen Unterdrückern nicht den Posten kosten. Früher nannte man dieses „Klassenjustiz“ oder „Die Kleinen hängt man, die Großen läßt man laufen.“

J. Bekämpfen der Kritiker, Gegenseitige Bespitzelung

Sekten wird vorgeworfen, daß sie jegliche Kritik abwürgen, Kritiker massiv bekämpfen und die Mitglieder sich gegenseitig bespitzeln und etwaige hochkommende Kritik an die Leitung berichten, so daß Maßnahmen zur Unterdrückung der Kritik ergriffen werden können.

Diesen Zustand konnte ich leider tatsächlich in der Vergangenheit unter Wiebkes Regime beobachten obwohl es gegen Glaubensbekenntnis der Scientology Kirche verstößt.

Als Begründung wird ein LRH-Zitat aus dem Tech-Dictionary bemüht:

„Kritik ist größtenteils eine Rechtfertigung für einen Overt, den man begangen hat. Es gibt Richtiges und Falsches im Verhalten, in der Gesellschaft und im Leben als Ganzem; aber willkürliche, nagende, versteckt-feindseelige Kritik bedeutet (wenn sie nicht nachweislich aufgrund von Tatsachen berechtigt ist) nur eine Anstrengung, die Größe des Angriffsziels des Overts zu verkleinern.“

Tatsächlich stammt dieses Zitat aus dem HCO B 21. Januar 1960 „Rechtfertigung“, doch beim Zitieren gingen die folgenden Sätze verloren, die zwischen dem ersten und zweiten oben zitiertem steht:

„Das heißt nun nicht, daß alles in bester Ordnung und keine Kritik je verdient ist. Der Mensch ist nicht glücklich. Er sieht sich totaler Vernichtung gegenüber, wenn wir nicht unsere Postulate verstärken. Und der Overt-Mechanismus ist einfach ein schmutziger Spielzustand, in den der Mensch hineingeschlittert ist, ohne zu wissen, wo er hinführt. Es gibt also Richtiges und Falsches …“.

Da verstümmelte Zitat oben wurde mir und vielen meiner Freunde immer wieder in der Ethikabteilung gezeigt, wenn wir wegen vorgebrachter Kritik gehandhabt wurden. Aber jeweils auf englisch im Dictionary, statt die vollständige Referenz auf Deutsch zu zeigen, wie sie im Level II-Pack im Kapitel I zu finden ist.

Dort würden Sie jedoch noch den folgenden Satz zur Verdeutlichung lesen können:
„Wenn Sie beißende und brutale Kritik über jemand hören, die sich einfach ein bißchen überspannt anhört, dann seien Sie sich bewußt, daß Sie es mit Overts gegen die kritisierte Person zu tun haben…“.
Tatsächlich wurde jegliche Kritik an der Abweichung von Scientology mit Rons Aussagen über Kritiker der Scientology in einen Topf geworfen:
„Wir finden keine Kritiker von Scientology, die keine kriminelle Vergangenheit haben!“
(HCO PL 11.8.67 I „Kritiker der Scientology“)

Daß das über-einen-Kamm-scheren von Kritikern völlig Out-Tech ist, zeigt der Auszug aus dem HCOB C/S-Serie #1 „Rechte eines Auditors“ auf Seite 8 (sogar im Level 0-Pack in deutsch auf Seite 230):

* kritisch -> withhold

* antagonistisch -> BPC mit L1C kriegen

* traurig -> ARC-X

* steigender TA -> Overrun oder Protest

Der Auditor hat kein Recht zu versuchen, die angeordnete C/S- Anweisung durchzuführen, wenn sie mit irgendeinem der obigen Punkte in Widerspruch steht. …

Falls … die C/S-Anweisung … dazu gedacht war es in Ordnung zu bringen, es aber nicht tut, sollte … die nächste C/S- Anweisung … lauten: ‚2WC, um Daten zu erhalten‘.

Ich reagiere gerne antagonistisch, wenn an Scientology herumgepfuscht wird und damit meine Zukunft oder die meiner Freunde gefährdet wird. Das darf nicht mit einer 1.1er Reaktion verwechselt werden. Gemäß der o.g. Tech sollten wir immer darauf bestehen, daß auf etwaige traurige oder antagonistische Kritik mit 2WC reagiert wird.

Ron räumt uns auch das Recht ein, Vorwürfe zu erheben:
„‚Keine Resultate‘ ist das einzige, was Ihnen Studenten oder Preclears zum Vorwurf machen können. Schwierigkeiten treten nur dort auf, wo es ‚keine Resultate‘ gibt. Anfgriffe von Regierungen oder Monopolinhabern treten nur dort auf, wo es ‚keine Ergebnisse‘ oder ’schlechte Resultate‘ gibt.“
(HCO PL 7.2.65 „KSW 1“)

In dieser Referenz macht er jeden einzelnen Scientologen dafür verantwortlich, dafür zu sorgen, daß die Technology korrekt angewendet wird, damit Scientology dem Planeten erhalten bleibt. Nicht umsonst soll diese Referenz am Anfang jedes Kurses erneut studiert werden.

In der folgenden Referenz zeigt Ron auf, was wirklich mit dem Kritiker verkehrt ist, er ist unwirksam:

„Unglücklicherweise ist der kontinuierliche Kampf des Lebens zwischen dem Kritiker und dem Reaktionär. Da diese oft in fruchtloser Zerstörung endet, kann man sehn, daß mit beidem etwas falsch ist.

Speziell der inaktive, bissige Kritiker versagt bei drei Punkten:

A. Er tut nichts daran.

B. Er stellt sich keine ideale Szene vor oder verbreitet sie nicht.

C. Er sorgt für keine gradientenweise Annäherung, um eine ideale Szene tatsächlich zu erreichen.

Dem Reaktionär widerstrebt natürlich einfach jegliche Veränderung, egal wer leidet, vorausgesetzt der Reaktionär kann seine Position und Besitztümer die er hat erhalten.“
HCO PL 5. 7. 70 Data Serie 12, „Wie man eine Ideale Szene findet und etabliert“

Tatsächlich gibt es ein Phänomen, was nach all dieser Unterdrückung von Kritik bei einigen Scientologen Einzug hält: Wenn ihnen sachlich korrekte Kritiken zugetragen werden, fühlen sie sich „enturbuliert“ und sie schreiben dann darüber einen Report und finden so wieder ihre „Ruhe“.

Um nicht mißverstanden zu werden: ich bin kein Gegner von Reportschreiben, im Gegenteil, es werden eher noch zu wenige Reports geschrieben. – Nein, ich spreche hier von einem Service-Fac, einer Berechnung mit der man Kommunikation ausweicht. Was hier als Enturbulation bezeichnet wird, ist tatsächlich wohl eher Tonarmbewegung, der man sich lieber stellen sollte.

Eine sachlich korrekte Kritik oder entsprechende Daten kann schon mal eine falsche „heile Welt“ zerstören. So geht es der Deutschen Regierung, die von der UNO, der KSZE und amerikanischen Diplomaten schon im dritten Jahr darauf hingewiesen wurde, daß sich in der Verfolgung der Scientologen Praktiken des Dritten Reiches aus den Jahren 1933 bis 1939 wiederholen. In scientologischer Nomenklatur würde der Kanzler am liebsten eine Non-Enturbulation-Order gegen uns verhängen, die Kritiker rausschmeißen und damit das Thema ad acta legen. Doch er wird sich damit befassen müssen.

Und genauso muß ein Scientologe sich mit dem Vorwurf beispielsweise befassen, daß Studenten oder Preclears „überreggt“ wurden, also überredet wurden, Schulden zu machen. Dieser Overt kann nicht not-issed werden, indem man den Informanten als Enturbulierer diffamiert.

Teilweise geht das Reportschreiben so weit, daß Leute jede Menge Daten über andere aufschreiben und an Ethik schicken, auch wenn keinerlei Overts oder Outpoints überhaupt vorliegen (und damit meine ich nicht Belobigungen, die werden viel zu wenig geschrieben, obwohl sie für die Beurteilung des Ethiklevels einer Person sehr wichtig sind). So fand ich in meiner Ethikakte Berichte darüber, daß ich gelegentlich zur katholischen Heiligen Messe gehe.

Diese Auflistung perverser Verdrehungen unserer kirchlichen Lehre kann bestimmt von dem einen oder anderen Leser umfangreich ergänzt werden (ich freue mich über jegliche Kommunikation).

Andreas Groß

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